DGUV-Arbeitsunfallstatistik 2020: Weniger Arbeitsunfälle, mehr Berufskrankheiten

Die COVID-19-Pandemie spiegelt sich in den vorläufigen Arbeitsunfallzahlen der DGUV wider: Die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle ist im Jahr 2020 stark gesunken, während es deutlich mehr Anzeigen auf Verdacht von Berufskrankheiten als in den Vorjahren gab.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie befindet sich seit März 2020 eine Vielzahl von Beschäftigten in Kurzarbeit, zeitgleich sind viele Beschäftigte ins Homeoffice gewechselt, so dass das Wegeunfallrisiko faktisch wegfiel.

Was sich schon in den Halbjahreszahlen der Unfallstatistik (RGC berichtete) andeutete, wurde durch die kürzlich veröffentlichten Arbeitsunfallzahlen der DGUV bestätigt: Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist im Jahr 2020 um über 12 % im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. Noch deutlicher ist der Rückgang bei den Wegeunfällen. Im Jahr 2020 gab es über 18 % weniger Wegeunfälle als 2019.

Genau gegenteilig sah es bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus: Im Vergleich zu 2019 gab es im Jahr 2020 mehr als 30 % mehr Verdachtsanzeigen. Noch eklatanter ist der Anstieg der Zahlen bei den anerkannten Fällen einer Berufskrankheit: Die Fälle, in denen sich der Verdacht einer Berufskrankheit bestätigt hat, lag in 2020 mehr als 50 % über dem Vorjahreswert.