Übertragungsnetzbetreiber geben EEG-Umlage für 2021 bekannt

EEG-Umlage 2021 wird 6,5 Cent pro Kilowattstunde betragen

Gestern verkündeten die vier Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2021. Nähere Infos finden Sie hier. Die Höhe von 6,5 C/kWh war in diesem Jahr keine Überraschung. Denn dieser Wert war seitens der Bundesregierung zugesagt worden. Außerdem wurde bereits die gesetzliche Grundlage geschaffen, um die Umlage durch Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt für 2021 auf diesen Wert zu bringen (RGC berichtete). Der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt wird fast 11 Milliarden betragen.

Hintergrund ist u. a., dass die Unternehmen pandemiebedingt große Produktionsausfälle haben und damit auch die Stromverbräuche und Preise deutlich gesunken sind. Außerdem ist das Jahr 2020 bislang ein ertragreiches Jahr für die erneuerbaren Energien, so dass entsprechend hohe Fördersatze anfallen.
Für das Jahr 2022 ist eine EEG-Umlage von 6 C/kWh angekündigt. Ab diesem Jahr sollen dann auch die Einnahmen aus dem nationalen CO2-Handel zur Senkung der EEG-Umlage verwendet werden (RGC berichtete). Der Bund rechnet dabei mit Mehreinnahmen von 7,4 Milliarden € in 2021. 

Trotz dieser immensen Summen wird bezweifelt, dass die Ziele der Erneuerbaren-Anteile am Strom-Mix erreicht werden. Um für 2030 das Ziel eines Erneuerbaren-Anteils am Strom-Mix von 65 Prozent zu erreichen, wurde deshalb in der aktuell laufenden EEG-Novelle das Ziel von 65 GW für die Land-Windkraft für 2026 gesetzt. Auch bei anderen Erneuerbaren Energien werden die Zielmarken wahrscheinlich nicht erreicht, weshalb weitere Eingriffe diskutiert werden.

Hinsichtlich dieser Zahlen wird moniert, dass Aufwand und Zielerreichung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in keinem Verhältnis mehr stünden. Auch die Regelungsdichte und der bürokratische Aufwand, der für Unternehmen, Behörden und Netzbetreiber mit der Umsetzung des EEG mittlerweile einhergeht, werden von vielen als überbordend und nicht mehr steuerbar empfunden. Deshalb werden Stimmen lauter, die eine grundlegende Reform des Erneuerbaren Systems fordern. In dieser Legislatur wird eine solche Reform voraussichtlich nicht mehr kommen. Umso gespannter darf man sein, ob in der nächsten Legislaturperiode vollkommen neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, die das Abgaben- und Umlagesystems und auch die Netzentgelte einmal mehr umkrempeln