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Anbindung von Onshore-Windparks an Industriestandorte

Ältere Onshore-Windparks findet man deutschlandweit. Immer mehr Industrieunternehmen sehen diese auch als Option, grüne, günstige und regionale Energie für ihre Produktion einzusetzen.

Während die dezentrale Stromversorgung der Industrie bislang hauptsächlich mittels BHKWs oder PV-Anlagen stattfand, rückt das Thema Windenergie zunehmend in den Fokus: In diesen Jahren fallen etliche Windparks aus der zwanzigjährigen Förderung. Diese sind in der Regel abgeschrieben und für die Betreiber stellt sich (trotz der mit dem EEG 2021 neu geschaffenen Möglichkeiten zur Weiterförderung) oft die Frage, ob es Sinn macht, diese weiterzubetreiben.

Befindet sich ein solcher Windpark in einem realistischen Radius zu einem Industrieunternehmen oder Industriepark, befassen sich immer mehr Unternehmen damit, ob es sich lohnen kann, diesen Windpark zur Ergänzung und Optimierung der Energieversorgung ihres Betriebes einzusetzen.

Dabei kommen verschiedene Varianten in Betracht. Eine davon ist die Übernahme des Windparks durch das Industrieunternehmen oder eine neu gegründete Gesellschaft und der Aufbau einer sog. Eigenversorgung.

Durch den zu erwartenden Wegfall der EEG-Umlage ist die Eigenversorgung aber nicht mehr der einzig mögliche Weg. Schließt man Lieferkonstellationen nicht aus, bietet sich auch der Abschluss eines Stromliefervertrages mit dem Betreiber des Windparks an. Dies wird oft als PPA (Power Purchase Agreement) bezeichnet.

In beiden Fällen ist außerdem zu prüfen, wie der Strom zum Industriestandort transportiert werden soll. Hierbei kann ein vorhandenes Netz genutzt oder eine Direktleitung errichtet werden. Letzteres oft um ein Vielfaches attraktiver, weil die sog. netzbezogenen Strompreisbestandteile, wie Netzentgelte, nicht anfallen. Gleichzeitig ergeben sich aber zusätzliche Rechtsfragen, z.B. wer Betreiber der Anschlussleitung sein sollte oder welche Auswirkungen eine solche Konstellation auf bestehende Netz- und Lieferverträge hat.

In unserem RGC-Fokus am 8.6.2022 werden wir diese und weitere Rechtsfragen zur Anbindung von Windparks in 1,5 Stunden für Sie beleuchten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Autorinnen: Dr. Franziska Lietz
                       Yvonne Hanke

Bundestag stimmt für Reduzierung der EEG-Umlage auf null.

Die EEG-Umlage wird für den Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis 31. Dezember 2022 auf null reduziert. Wie es mit der EEG-Umlage ab dem 1. Januar 2023 weitergeht, ist kein Inhalt dieser Entscheidung. Dies wird mit der nächsten EEG-Novelle, dem sog. „Osterpaket“ entschieden.

Die Bundesregierung hatte sich darauf verständigt, die EEG-Umlage ab dem 1. Juli 2022 vorerst bis zum Jahresende auf Null zu setzen (RGC berichtete). Energielieferanten sollten in diesem Zuge verpflichtet werden, diese Kostenersparnis an die Stromkunden weiterzugeben (RGC berichtete). Hierzu gibt es Neuigkeiten:

Am 28. April 2022 hat der Bundestag für eine Absenkung der Kostenbelastung durch die EEG-Umlage auf null gestimmt. Diese Absenkung ist aber auf den Zeitraum 1. Juli 2022 bis 31. Dezember 2022 beschränkt. Die Mitteilung des Bundestages finden Sie hier.

Kein Inhalt dieser Entscheidung ist die Zukunft der EEG-Umlage ab 2023. Regelungen dazu werden erst mit der nächsten Novelle des EEG, dem sog. Osterpaket, getroffen (weitere Infos dazu gibt es hier). Die Energieumlagen sollen in diesem Zuge in ein eigenes Gesetz, das Energieumlagengesetz – kurz „EnUG“ überführt werden. Dieses Gesetz ist für die energieintensive Industrie von größter Brisanz, weil sich darin u.a. Privilegien wie die Besondere Ausgleichsregelung wiederfinden – mit einem erweiterten Adressatenkreis. Was Unternehmen dafür tun müssen, erklären wir am 22. Juni 2022 in 1,5 Stunden bei unserem RGC-Fokus: Das EnUG und die Zukunft der Energieumlagen – was müssen Unternehmen für künftige Privilegierungen tun?

Autorinnen: Annerieke Walter
                       Aletta Gerst

Osterpaket enthält auch Änderungen zum KWK-Gesetz

Mit der größten energiepolitischen Gesetzesnovelle zur Beschleunigung des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sind zugleich Veränderungen für KWK-Anlagen geplant.

Das am 6. April von der Bundesregierung verabschiedete „Osterpaket“ besteht aus 19 Einzelgesetzen, den größten Anteil machen die Änderungen zur Zukunft der Energieumlagen und Förderungen der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien aus (RGC berichtete). Zum Inhalt gehört aber auch eine erneute Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG).

Es sollen folgende wesentliche Anpassungen des KWKG 2023 kommen:

  • Die Förderung von neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlagen, die Strom auf Basis von Biomethan erzeugen, soll eingestellt werden. Biomethan als wertvoller Brennstoff soll künftig vorrangig Spitzenlastkraftwerken zur Verfügung stehen. Abgemildert werden soll diese erhebliche Förderbeschränkung durch eine Übergangsregelung nach den KWK-Anlagen, die noch bis Ende 2023 in Betrieb gehen und die bisherige Förderung erhalten können.
  • Neu normiert werden soll die Wasserstofffähigkeit als Zulassungsvoraussetzung für neue KWK-Anlagen mit elektrischer Leistung > 10 MW (BImSchG- Genehmigung nach dem 30.06.2023). Abgestellt werden soll auf Umrüstkosten, die unter 10% der Neubaukosten eines vergleichbaren Kraftwerkes liegen müssen. Bei dieser Regelung entstehen aber viele Fragen zur Umsetzung in der Praxis, denn es werden weder die Abläufe von Teilgenehmigung noch die derzeit tatsächlich bestehenden Möglichkeiten der geforderten Nachweise zu Kosten und Garantien berücksichtigt. Modernisierte KWK-Anlagen sollen die Anforderung der Wasserstofffähigkeit nicht erfüllen müssen.
  • Eine weitere Fördereinschränkung ist geplant mit der weiteren Absenkung der jährlichen förderfähigen Vollbenutzungsstunden ab 2025 bis 2030 in 200er Schritten. Hier soll es aber auch Ausnahme- und Übergangsregelugen für bereits in der Planung befindliche KWK-Anlagen geben.
  • Im Gesetzesentwurf fehlt bisher eine Verlängerung des Geltungszeitraumes des KWKG über 2026 hinaus, dabei wäre dies für die Planungs- und Investitionssicherheit für mittelgroße- und große KWK-Projekte dringend erforderlich.

Unternehmen, die bereits KWK-Anlagen betreiben oder neue planen, sollten beim weiteren Gesetzgebungsverfahren des Osterpaktes also auch einen Blick auf die KWK-Regelungen werfen. In unserer Veranstaltung „RGC-Fokus: EEG/KWKG 2023 – Die neuen Förderregelungen für Erzeugungsanlagen in 1,5 Stunden“ am Montag, 23. Mai 2022 erläutern wir die geplanten Neuregelungen zusammen mit den Änderungen zu der Förderung von PV-Anlagen, Windenergie an Land und Bioenergie (Biomethan). Ein Ticket für die Veranstaltung finden Sie hier

Autoren: Aletta Gerst

EU-Taxonomie: Hilfestellungen der EU-KOM zur Umsetzung von Art. 8 der Taxonomie-Verordnung

Delegated Act zu Art. 8 EU Taxonomie für Finanzunternehmen und große börsennotierte Unternehmen von der EU Kommission verabschiedet.

Am 6. Juli 2021 hat die Kommission den delegierten Rechtsakt zu Artikel 8 der EU Taxonomie (C(2021) 4987 final) verabschiedet, der die von Finanz- und Nicht-Finanzunternehmen offenzulegenden Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Tätigkeiten enthält. Artikel 8 der Taxonomie-Verordnung regelt die „Transparenz in nichtfinanziellen Erklärungen bei Unternehmen“.

Unmittelbar davon betroffen sind Finanzunternehmen (Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Vermögensverwalter) und daneben Unternehmen, die zur nichtfinanziellen Berichterstattung nach § 289b bzw. § 315b HGB in Verbindung mit der EU-CSR-Richtlinie verpflichtet sind, sprich kapitalmarktorientierte Unternehmen, bei denen insgesamt im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Diese Unternehmen sind verpflichtet, im Rahmen ihrer nichtfinanziellen Berichterstattung anzugeben, welche Anteile ihrer

  • Umsatzerlöse,
  • Investitionsausgaben und
  • Betriebsausgaben

mit Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, die als ökologisch nachhaltig einzustufen sind.

Die zu berichtenden finanziellen Kennzahlen wurden in einem am 7. Mai 2021 veröffentlichten Verordnungsentwurf der EU-Kommission konkretisiert. Danach sind erste Berichtselemente und qualitative Informationen bereits ab dem 1. Januar 2022 darzulegen. Ab dem 1. Januar 2023 sollen dann alle Kennzahlen berichtet werden.

Ende letzten Jahres wurde darüber hinaus die delegierte Verordnung (EU) 2021/2178 veröffentlicht, durch die die EU-Kommission die offenzulegenden Informationen konkretisiert und den betroffenen Unternehmen somit eine Hilfestellung zur Umsetzung des Artikels 8 der Taxonomie-Verordnung an die Hand gab. Unter anderem hat die Kommission FAQ zu den Berichtspflichten veröffentlicht.

Die energieintensive Industrie dürfte in den meisten Fällen (es sei denn, sie haben § 289b bzw. § 315b HGB zu beachten) von diesen Neuerungen vorwiegend mittelbar betroffen sein. Projekte, die im Sinne der Verordnung als ökologisch nachhaltig eingestuft werden, dürften sich in Zukunft deutlich besser finanzieren lassen, als Projekte, bei denen dies nicht der Fall ist. Einige Unternehmen legen bereits auf freiwilliger Basis Informationen über ihre nachhaltigen Aktivitäten offen.

Ab der Berichtsperiode 2023 könnte die aktuell geltende Berichtspflicht ausgeweitet werden, denn die EU-Kommission hat bereits einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der CSR-Richtlinie vorgelegt, wonach alle Großunternehmen unabhängig von der Börsennotierung und ohne die bisherige Schwelle von 500 Arbeitnehmern berichtspflichtig werden. Außerdem sollen kleine und mittlere börsennotierte Unternehmen einbezogen werden.

Auch wenn Ihr Unternehmen vom EU-Berichtsstandard jetzt noch nicht unmittelbar betroffen ist, empfehlen wir die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Autoren: Aletta Gerst
                 Joel Pingel

RGC-Netzwerk-Mitglieder sind top informiert!

Inhaltsreiche Vorträge im Klima-Netzwerk von RGC mit der Veranstaltung „Koalitionsvertrag, Klima-Sofortprogramm, Green Deal und Märkte: Neue Spielregeln für Energie und Klima!“.

Die Ereignisse im Energiemarkt und Klimarecht überschlagen sich, so dass zwischen der Aufstellung unserer Agenda und den Vorträgen am 15. März 2022 eine solche Dynamik entstand, dass wir weitere aktuelle Themen in unser prallgefülltes Programm eingebettet haben. Mit dabei waren:


Eva Schreiner
vom VEA zum „Koalitionsvertrag und Klima-Sofortprogramm“, Lena Ziska von RGC zum „Nationalen CO2-Handel“ und dem „Green Deal“, Sebastian Gallehr von GALLEHR + PARTNER zu Carbon Contracts of Difference, Aletta Gerst von RGC zu „Neuen Konzepten einer Eigenversorgung“, Anke Höller von Porsche mit einem Praxiseinblick in eine klimaneutrale Energieversorgung aus einem ausgeförderten Windpark, Fabian Koschoreck aus dem Portfoliomanagement der enercity AG zu den Hintergründen der aktuellen Energiepreisentwicklung, Paul Dicke vom VEA zu Energieeinkaufstrategien und Yvonne Hanke von RGC zu Praxistipps bei einer aktuell möglichen Gasmangellage.

Wir bedanken uns bei den Referenten für die informativen Vorträge und den auf Themenvielfalt bedachten Präsentationen! Wir bedanken uns auch bei den Teilnehmern für das tolle Feedback! Und wir freuen uns auf die anstehenden Netzwerkveranstaltungen und den Austausch mit Ihnen!

Wir zeichnen all unsere Veranstaltungen auf, so dass die Teilnehmer diese im Nachgang in unserer Mediathek in der RGC Manager App und dem RGC Manager Portal nochmals nachverfolgen können.

Möchten auch Sie Teil unseres Klima-Netzwerks werden? Dann steigen Sie gern mit ein.

Im Netzwerk „RGC-Praxisforum Zukunft“ arbeiten wir für die beteiligten Unternehmen regelmäßig alle praxisrelevanten Entwicklungen aus dem Energie-, Umwelt- und Klimarecht auf und bieten ihnen die Möglichkeit zum Wissensaustausch.

Welche Leistungen sind in der Jahresgebühr des RGC-Praxisforums Zukunft enthalten?

  • Drei Veranstaltungen pro Jahr: Zwei Onlineworkshops + unser traditionelles RGC Kanzleiforum.
  • Zugang zu unseren Rechtsregistern mit Aktualitätendienst für die Bereiche Energie- und Umweltrecht in der RGC Manager APP.
  • 50 % Rabatt auf alle Fachvideos und Tutorial aus der RGC-Mediathek.
  • Geplante Themen: PV-Projekte, BEHG/BECV, H2-Versorgung von Mittelstand und Großindustrie, Brennstoffwechsel BHKWs, Nutzung von EE, Redispatch 2.0, E-Mobilität, langfristiger Bezug von erneuerbaren Energien (ppa´s), BImSchG usw.
  • Teilnahmebescheinigung.

Zur Anmeldung geht es hier. Weitere Veranstaltungen finden Sie hier.

Autoren: Prof. Dr. Kai Gent
                 Lena Ziska

Veranstaltungstipp: Koalitionsvertrag, Klima-Sofortprogramm, Green Deal und Märkte: Neue Spielregeln für Energie und Klima!

Ein Workshop, der sich für Ihr Unternehmen lohnen wird!

Wir haben eine neue Bundesregierung, die ihre ersten Entwürfe zu Energie- und Klimagesetzen vorgestellt hat. Die Energiepreise spielen im bisher unbekannten Maße verrückt. Die Spielregeln, nach denen die Wirtschaft ihre Versorgungskonzepte ausrichten muss, verändern sich hierdurch massiv. Dies gilt erst recht aufgrund der dramatischen geopolitischen Entwicklungen. Eine Gasmangellage ist nicht auszuschließen. Auf all diese Dinge müssen sich die Unternehmen vorbereiten!

In unserem Online-Workshop arbeiten wir für Sie die für die Wirtschaft wesentlichen Inhalte der nationalen Gesetzesvorhaben (inkl. des Entwurfs des neuen Energie-Umlage-Gesetzes) und aus dem Green Deal der EU auf, Marktexperten wagen Prognosen zu den Energiepreisen. Wir geben Ihnen zu den bevorstehenden Änderungen die üblichen RGC-Praxistipps und natürlich werden Mandanten von uns auch Einblicke in aktuelle Projekte geben. Zusätzlich haben wir ins Programm einen Beitrag zur Gasmangellage aufgenommen.

Hier unsere Themen:

  • Koalitionsvertrag und Klima-Sofortprogramm: Pläne und konkrete Gesetzesvorhaben der neuen Bundesregierung
  • Know-How zum nationalen CO2-Handel
  • Carbon Contracts of Difference als zentrales Instrument zur Transformation der Industrie 
  • Die Eigenerzeugung: Weiter ein Erfolgsrezept!
  • Praxisbericht: Industrieversorgung aus einem (ausgeförderten) Windpark 
  • Märkte: Wo gehen die Energiepreise hin?
  • Strategien zum Energieeinkauf in verrückten Zeiten
  • Potenzielle Gasmangellage: Wie können sich Unternehmen vorbereiten?

Weitere Infos und die Anmeldung zu unserer Veranstaltung finden Sie in dem Veranstaltungskalender unserer RGC Manager App und in unserem RGC-Portal.

Wir freuen uns auf Sie!

Autoren: Prof. Dr. Kai Gent
                 Lena Ziska

Entscheidung steht: EEG-Umlage wird zum 1. Juli 2022 auf 0 gesetzt.

Die EEG-Umlage soll ab dem 1. Juli (vorerst) bis zum Jahresende auf Null gesetzt werden.

In den letzten Wochen haben wir darüber berichtet, dass die EEG-Umlage womöglich schon um 1. Juli dieses Jahres abgeschafft werden soll (RGC berichtete). Zwischenzeitliche Berichte aus den Medien, dass das Aus der EEG-Umlage im Sommer stehe, wurden kürzlich jedoch noch dementiert (RGC berichtete).

Inzwischen ist die Entscheidung gefallen:


Die EEG-Umlage soll ab dem 1. Juli (vorerst) bis zum Jahresende auf Null gesetzt werden.

Dafür hat die Bundesregierung einen ersten Gesetzesentwurf für eine entsprechende Änderung des EEG und des EnWG hier veröffentlicht. Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

  • Die EEG-Umlage wird für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2022 auf Null reduziert. Die Kosten für die EEG-Förderungen werden dann von der BRD getragen.
    Diese Reduzierung steht im Entwurf ausdrücklich bei den Zahlungspflichten für Stromlieferanten (§ 60 EEG). Aufgrund eines Verweises in §§ 60a, 61 EEG auf diese Regelung dürfte dasselbe für die weiteren EEG-Umlagezahler – Eigenversorger und BesAR-Unternehmen – gelten. Hier wäre eine noch deutlichere Regelung jedoch wünschenswert.
  • Mit dem Wegfall der EEG-Umlagezahlungspflichten sollen auch die Meldepflichten aus den §§ 74, 74a EEG entfallen. Das gilt aber erst für die Strommengen, die ab dem 30. Juni 2022 verbraucht werden.
    In der Folge dürften im nächsten Jahr zum 31. Mai 2023 noch ein letztes Mal EEG-Meldungen für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2022 abzugeben sein.
  • Die Absenkung der EEG-Umlage auf Null soll nicht den Stromhändlern, sondern den Letztverbrauchern zugutekommen. Dies möchte der Gesetzgeber mit einer Anpassung des EnWG sicherstellen. Damit sollen Lieferanten zum Durchreichen des finanziellen Vorteils verpflichtet werden, der sich durch den „Wegfall“ der EEG-Umlage ergibt.
  • Ab dem Jahr 2023 soll die EEG-Umlage dauerhaft in den Haushalt überführt werden. Dies soll in einer weiteren Anpassung des EEG geregelt werden und ist kein Bestandteil des derzeitigen Entwurfs.
  • Die Regelungen zur Besonderen Ausgleichsregelung (insbesondere zur BesAR-Antragstellung) werden durch die Gesetzesänderung nicht berührt. Warum die BesAR-Anträge weiterhin gestellt werden sollten, erläutern wir in dieser News.
  • Die Senkung der EEG-Umlage auf Null bedeutet nicht, dass das EEG insgesamt abgeschafft wird.
    Im Gegenteil: Insbesondere die Fördermechanismen des EEG für EE-Anlagen sollen bestehen bleiben. Die wesentliche Änderung betrifft ausschließlich die Finanzierung dieser Förderung, die bisher über die EEG-Umlage erfolgt ist und zukünftig über Haushaltsmittel abgedeckt werden soll.

Mit der Reduzierung der EEG-Umlage auf Null möchte der Gesetzgeber kurzfristig den hohen Energiepreisen entgegenwirken. Diese Intention ist begrüßenswert. Für die energieintensive Industrie, die sich in den letzten Jahren EEG-optimiert aufgestellt hat, dürfte dieser Effekt jedoch überschaubar bleiben.

Unsere Empfehlung an die Industrie ist, sich jetzt umso mehr auf eine Optimierung anhand der neuen energie- und klimarechtlichen Vorgaben mit dem Schwerpunkt der CO2-Reduktion zu konzentrieren. Dafür machen wir Sie bei unserer Veranstaltung Koalitionsvertrag, Klima-Sofortprogramm, Green Deal und Märkte: Neue Spielregeln für Energie und Klima! fit.

Autorin: Annerieke Walter

Redispatch 2.0 – Sind die Netzbetreiber bereit?

Zum 01.03.2022 startet der dreimonatige Testbetrieb des bilanziellen Ausgleichs der Übergangslösung des Redispatch 2.0

Kurz vor dem Starttermin der Neuregelungen des Redispatch 2.0 musste der bdew im September 2021 wegen zahlreicher Umsetzungsschwierigkeiten eine mit der BNetzA abgestimmte „Übergangslösung“ zur Einführung des bilanziellen Ausgleichs von Redispatch-Maßnahmen treffen (RGC berichtete). Seitdem findet zunächst kein bilanzieller Ausgleich durch die Verteilnetzbetreiber statt, sondern übergangsweise führen die Bilanzkreisverantwortlichen diesen gegen finanziellen Aufwandsersatz durch. Diese Übergangslösung wurde aber ausdrücklich auf den 31. Mai 2022 befristet.

Die BNetzA hatte eine Reihe von einzuhaltenden Schritten definiert, damit der Prozess des Redispatch 2.0 vorankommt. Dazu gehört, dass die Verteilnetzbetreiber mit den an ihr Netz angeschlossenen Anlagen einen operativen Test erfolgreich durchführen. Getestet werden sämtliche Schnittstellen eines Redispatch-Abrufs zwischen vorgelagertem Netzbetreiber, Verteilernetzbetreiber, relevanten nachgelagerten Netzbetreibern und Einsatzverantwortlichen. Verläuft der operative Test reibungslos, startet der Verteilnetzbetreiber selbst mit dem bilanziellen Ausgleich. Alle Netzbetreiber sollten möglichst bis zum 28.02.2022 ihre „Betriebsbereitschaft“ für das Redispatch 2.0 anzeigen.

Der bdew hat nun eine fortlaufend aktualisierte Transparenzliste veröffentlicht, in der die Verteilnetzbetreiber enthalten sind, die den bilanziellen Ausgleich von Redispatch-Maßnahmen selbst durchführen und die Startpunkte dafür. Die Liste ist noch sehr kurz – bisher sind lediglich 19 Verteilnetzbetreiber gelistet. Die Netzbetreiber sind gehalten, schnellstmöglich die technischen Voraussetzungen ihrer Betriebsbereitschaft zu schaffen. Sonst droht ihnen, dass ihr an die Bilanzkreisverantwortlichen gezahlter Aufwandsersatz als dauerhaft nicht beeinflussbare Kostenanteile im Rahmen der Regelungen zur Regulierung der Netzentgelte ausgeschlossen und damit selbst zu tragen ist.

Betreiber von Erzeugungsanlagen, die unter das neue Redispatch-Regime fallen, sollten sich darauf einstellen, dass ihr zuständiger Netzbetreiber noch nicht hergestellte Fernsteuerbarkeiten von Anlagen und bisher nicht abgegebene Datenmeldungen einfordern wird.

Es bleibt abzuwarten, ob es gelingt, alle Prozesse des Redispatch 2.0 fristgerecht zu starten. Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

Autorin: Aletta Gerst

Veranstaltungstipp: Praxiswissen für industrielle PV-Projekte

RGC beantwortet am 09.02.2022 Praxisfragen zu PV kurz und knapp in 1,5 Stunden

Wie hier berichtet, haben wir unser Veranstaltungsprogramm deutlich ausgeweitet, um den großen Informationsbedarf unserer Mandanten im Zusammenhang mit der industriellen CO2-Transformation und den neuen politischen Vorgaben zu decken.

Fast jeder unserer Mandanten denkt derzeit über die Errichtung von PV-Anlagen nach oder ist bereits in der konkreten Planungs- oder Umsetzungsphase. Zu den PV-Projekten erreichen uns täglich diverse Praxisfragen. Der Grund, weshalb wir unser Veranstaltungsjahr 09.02.2022 mit einem RGC-Fokus: Praxiswissen für industrielle PV-Projekte in 1,5 Stunden starten.

In unserer Online-Veranstaltung beantworten wir Ihnen alle aus unserer Sicht wesentlichen Praxisfragen zu PV-Projekten. Wir behandeln insbesondere das Bau- und Genehmigungsrecht, den Einsatz von PV-Anlagen zur Eigenversorgung, die Optionen zur Förderung/Vermarktung von PV-Strom, die Steuerung der PV-Anlagen durch den Netzbetreiber sowie die notwendigen Vertragsgestaltungen. Zudem gehen wir natürlich auch auf Ihre individuellen Fragen ein, die Sie im Rahmen der Veranstaltung stellen können. Wir zeichnen unsere Veranstaltung auf, so dass Sie diese in unserer Mediathek jederzeit nochmals nacherleben können.

Weitere Infos und die Anmeldung zu unserem RGC-Fokus finden Sie in dem Veranstaltungskalender unserer RGC Manager App und in unserem RGC-Portal.

1,5 Stunden, die sich für Sie lohnen werden. Wir freuen uns auf Sie!

Autorinnen: Dr. Franziska Lietz
                       Aletta Gerst

Jähes Ende für die EEG-Umlage noch in 2022?

Das Programm der Bundesregierung sieht vor, die EEG-Umlage zum Jahreswechsel 2022/2023 abzuschaffen. Dies hatte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck erst kürzlich bei seiner Eröffnungsbilanz zum Klimaschutz bestätigt. Dort kündigte er als geplante Sofortmaßnahmen die Abschaffung der EEG-Umlage noch zu diesem Stichtag an (RGC berichtete).

Mehrere Interviews der letzten Woche legen jedoch nahe, dass die EEG-Umlage schon früher Geschichte sein könnte. So berichteten mehrere Medien von einem Interview mit SPD-Mann Mützenich, der die Abschaffung der EEG-Umlage schon zum Sommer in den Raum stellt. Auch der energiepolitische Sprecher der FDP, Herr Kruse, begrüßte im Interview mit dem Handelsblatt die Idee einer vorgezogenen Abschaffung. In einer Pressekonferenz der Bundesregierung wurden am Freitag jedenfalls Gespräche innerhalb der Koalition zu diesem Thema offiziell bestätigt. Die Pressekonferenz können Sie hier abrufen.

Nach dem jetzigen Stand ist ein vorzeitiges Ende der EEG-Umlage noch keinesfalls entschieden. Trotzdem sollte sich die Industrie darauf einstellen, dass die EEG-Umlage als Kosten-, aber eben auch als kostenoptimierter Faktor schon im 3. oder 4. Quartal diesen Jahres entfallen könnte.

Damit wird es umso wichtiger, sich schnellstmöglich innerhalb der neuen energie- und klimarechtlichen Vorgaben zu optimieren. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf der CO2-Reduktion. Einzelheiten bereiten wir Ihnen bei unserer Veranstaltung Klimarecht kompakt für die Industrie und unserem RGC Praxisforum Zukunft auf. Zur Buchung geht´s hier und  hier.

Autoren: Annerieke Walter
                 Prof. Dr. Kai Gent