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Die zweite Runde des Energieaudits steht an

Die vierjährige Frist für das erneute Energieaudit läuft in 2019 aus.   

Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtet bestimmte Unternehmen regelmäßig ein Energieaudit durchzuführen. Ausgenommen sind Unternehmen, die als sog. KMU-Unternehmen gelten, weil sie bestimmte Schwellenwerte bei Umsatz und Anzahl der Arbeitnehmer unterschreiten.

Unternehmen, die verpflichtet sind, ein Energieaudit durchzuführen, müssen dies dann mindestens alle vier Jahre wiederholen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem das erste Energieaudit durchgeführt wurde (RGC berichtete). Da die Frist für die erstmalige Durchführung des Energieaudits am 5. Dezember 2015 ablief, werden viele Unternehmen im Laufe des Jahres 2019 verpflichtet sein, das weitere Energieaudit durchzuführen.

Freigestellt von dieser Verpflichtung sind aber solche Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem oder ein Umweltmanagementsystem betreiben.

Ein Verstoß gegen die Auditpflicht kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 € geahndet werden. Unternehmen sollten daher die Einhaltung der Frist für das Audit beachten und sich rechtzeitig mit einem Auditor in Verbindung setzen. Denn das BAFA kontrolliert seit einiger Zeit stichprobenweise die Durchführung des Energieaudits (RGC berichtete).

BNetzA veröffentlicht IT-Sicherheitskatalog für Energieanlagen

Der IT-Sicherheitskatalog dient dem Schutz gegen Bedrohungen von Telekommunikations- und EDV-Systemen beim sicheren Betrieb von Energieanlagen.

Im Dezember 2018 hat die BNetzA Einzelheiten zur Sicherstellung der IT-Sicherheit von Energieanlagen in einer Allgemeinverfügung festgelegt und den IT-Sicherheitskatalog veröffentlicht, der die Anforderungen an den sicheren Betrieb von Energieanlagen im Bereich Telekommunikation und EDV konkretisiert.

Betreiber von bestimmten Energieanlagen sind gemäß § 11 Abs. 1b EnWG verpflichtet, Vorkehrungen vor Bedrohungen ihrer Telekommunikations- und EDV-Systeme zu treffen. Die detaillierten Anforderungen hat die BNetzA nun in dem IT-Sicherheitskatalog veröffentlicht. Eine der wesentlichen Anforderung ist die betriebsinterne Einführung eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) und die Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 27001 bis spätestens zum 31. März 2021. Außerdem müssen betroffene Unternehmen der BNetzA bis zum 28. Februar 2019 einen Ansprechpartner für IT-Sicherheit benennen.

Betroffen sind Betreiber von sog. Kritischen Infrastrukturen, die das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) in einer Verordnung (Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz, kurz: BSI-KritisV) definiert hat (RGC berichtete). Für den Bereich Energie zählen u.a. Betreiber von Erzeugungs- und Speicheranlagen, großen Messstellen, Heizwerken oder Wärmenetzen oder die Wasserversorgung dazu, aber auch Betreiber von Raffinerien oder Lageranlagen für Rohöl oder Mineralölprodukten. Die Einordnung als Kritische Infrastruktur setzt neben der Branchenzugehörigkeit aber voraus, dass die in der BSI-KritisV festgelegten Schwellenwerte erreicht werden. Denn betroffen sind nur Anlagen, die wegen ihrer Größe von einer gewissen Bedeutung für die Sicherstellung der Energieversorgung für die Allgemeinheit sind.

Effizienz gewinnt: Erfolg beim Dena-Wettbewerb RE:Frame Energieeffizienz

Dr. Franziska Lietz gewinnt gemeinsam mit Ramona Klatt Dena-Wettbewerb RE:Frame Energieeffizienz.

Die Dena schreibt aus, RGC gewinnt: Wir gratulieren Frau Dr. Franziska Lietz zum Gewinn des Dena-Wettbewerbs RE:Frame Energieeffizienz für Ihr gemeinsam mit Dipl. Wirtschaftsinformatikerin und Architekturstudentin Ramona Klatt eingereichtes Konzept „Die Energiewender – Unsere Kommune für unser Klima“.

Als preiswürdig erachtete die hochkarätig besetzte Jury die Idee, einen Energieeffizienzwettbewerb unter Kommunen zu starten, bei dem sowohl Bürger, Unternehmen als auch die Kommune selbst beteiligt sind. Durch das Zusammenwirken aller Beteiligten werde gezielt der Gemeinsinn aller Beteiligten adressiert. Energieeffizienz werde so zum kollektiven Erlebnis, zu dem alle eingeladen seien und das positiv motiviere.

Der Preis wurde am Montag, dem 14.1.2019 im Rahmen der Eröffnung der Messe BAU in München von Staatssekretär im Bundesbauministerium Gunther Adler und dem Dena-Vorsitzendem Andreas Kuhlmann verliehen.

Hier geht’s zur Pressemitteilung der Dena.

(Foto: Dena)

Vollzug der Energieeinsparverordnung (EnEV)

Nordrhein-Westfalen erlässt Kriterien zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit im Gebäudebestand

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich mit den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) auseinandergesetzt und in einem Erlass vorläufige Maßstäbe bekanntgegeben, die die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen aufgrund der EnEV ermöglichen bzw. vereinfachen sollen.

Zielsetzung der EnEV ist die Einsparung von Energie in Gebäuden. Hierzu normiert die Verordnung Anforderungen und Pflichten, die Energieeinsparungen zur Folge haben sollen. Von diesen Maßnahmen kann nur bei Vorliegen einer Ausnahme (§ 24 EnEV) abgewichen werden oder soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen (§ 25 EnEV).

Gemäß § 25 Abs. 1 Satz 2 EnEV liegt unbillige Härte insbesondere dann vor, „wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.“ Nicht näher beschrieben wird der Begriff des unangemessenen Aufwandes. Zwar wird deutlich, dass es hierbei um die Frage der Wirtschaftlichkeit gehen muss. Wann jedoch beispielsweise Modernisierungen gemäß der ENEV wirtschaftlich vertretbar oder eben nicht (mehr) vertretbar sind, blieb bislang ungewiss.

Hiermit hat sich das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Erlass aus Dezember 2018 auseinandergesetzt und bestimmt, dass eine Maßnahme immer dann wirtschaftlich sei, wenn die dadurch erzielte Einsparung höher als die dafür erforderliche Aufwendung ist. So müssten sich die Investitionen grundsätzlich innerhalb der üblichen Nutzungsdauer der zu sanierenden Bauteile „rechnen“. Im konkreten Einzelfall ist daher dann ein unangemessener Aufwand anzunehmen, wenn sich die aufgrund energieeinsparrechtlicher Anforderungen erforderlichen Aufwendungen nicht durch eintretende Einsparungen erwirtschaften lassen, also die Mehraufwendungen für energiesparende Maßnahmen innerhalb eines Betrachtungszeitraums höher sind als die damit zu erzielenden Energiekosteneinsparungen.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt in seinem Erlass jedoch klar, dass es dem Betroffenen durch diesen Beurteilungsmaßstab kein Werkzeug an die Hand geben wolle, mit welchem er die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen generell widerlegen kann. Vielmehr sei es Ziel des Erlasses, einen einheitlichen Beurteilungsmaßstab von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen herbeizuführen. Unterschiede im Vollzug des EnEV sollten hierdurch künftig vermieden werden. Im Übrigen sei laut Erlass im Allgemeinen davon auszugehen, dass die Anforderungen der EnEV in der weit überwiegenden Zahl der typischen Anwendungsfälle wirtschaftlich vertretbar sind.

Den vollständigen Erlass nebst Erläuterungen finden Sie hier.

Veröffentlichung der neuen ISO 50001 für Energiemanagementsysteme

Die neue ISO 50001 ist relevant für Unternehmen, die bereits ein Energiemanagementsystem umgesetzt haben oder ein solches aufbauen wollen.

Die ISO 50001 ist eine weltweit gültige Norm der „International Organization for Standardization“ (ISO), die Unternehmen beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements unterstützen soll. Die Einführung eines Energiemanagementsystems ist grundsätzlich freiwillig. Für verschiedene energierechtliche Entlastungstatbestände ist eine Zertifizierung nach der ISO 50001 (oder nach einem anderen registrierten Umweltmanagementsystem) allerdings Voraussetzung.

Veröffentlicht wurde bislang nur die englische Neufassung, die unter anderem beim Beuth Verlag erhältlich ist. Die deutsche Übersetzung soll gegen Ende des Jahres 2018 erscheinen. Die Veröffentlichung in englischer Sprache ist gleichwohl relevant, da ab Veröffentlichung die Umstellungsfrist von drei Jahren läuft. Bestehende Zertifikate laufen also im August 2021 ab. Allerdings dürfen Zertifizierungsgesellschaften schon nach einer Frist von 18 Monaten ab Veröffentlichung nur noch nach der Neufassung der ISO 50001 auditieren und zertifizieren.
Betroffene Unternehmen sollten sich deshalb frühzeitig mit der neuen ISO 50001 vertraut machen.

RGC referiert auf VEA-Veranstaltung zur Qualifikation EnMS-wirksamen Personals nach ISO 50003

Seit Jahresbeginn bietet der VEA eine neue Schulung zur Qualifikation EnMS-wirksamen Personals nach ISO 50003 an.

Die schnell ausgebuchte erste Schulung wurde in Hannover Anfang April 2018 mit durchweg positiver Resonanz durchgeführt. Der Workshop-Charakter mit Praxisbezug und die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen wurden von den Teilnehmern besonders hervorgehoben.

Zum Hintergrund: Mit Einführung der ergänzenden Normen ISO 50003, 50006 und 50015 und der anstehenden Revision der ISO 50001 wachsen die Anforderungen an Unternehmen, das nach ISO 50001 zertifizierte Energiemanagementsystem aufrechtzuerhalten. Eine Neuerung ist die Identifikation des „EnMS-wirksamen Personals“ durch das Unternehmen. Diese Funktionen sind an die eingesetzte Zertifizierungsgesellschaft im Rahmen der Auditzeitkalkulation zu melden. Damit werden diese Mitarbeiter konkret in die Pflicht genommen, die Anforderungen der ISO 50001, dessen Begleitnormen und den internen Vorgaben im Rahmen ihres Einflusses auf das EnMS zu kennen und hierbei aktiv mitzuwirken. Dieser Logik folgend werden leitende Funktionen, Mitglieder der Effizienz-Teams, Verantwortliche für den Betrieb von wesentlichen Energieverbrauchern sowie alle weiteren Mitarbeiter mit Einfluss auf das EnMS (QMB, Genehmigungsplaner, Projektingenieure, Kesselwärter, Mitarbeiter der Forschung & Entwicklung,…) zukünftig intensiver und oft erstmalig im Rahmen externer Audits befragt. Insbesondere bei großen Unternehmen mit mehreren Standorten oder dem energieintensiven Mittelstand ist es dem EMB oft nicht möglich, alle Bereiche ausreichend einzubinden und die Qualifikation der Kollegen sicherzustellen.

RGC unterstützt den VEA im Rahmen dieser Veranstaltungen durch einen Vortrag zu den aktuellen energierechtlichen Top-Themen, deren Kenntnis angesichts ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gerade für das EnMS-wirksame Personal in energieintensiven Unternehmen unerlässlich ist.

Eine zweite Veranstaltung dieser Reihe wird vom 05.- 07. Juni 2018 in München stattfinden. Da die Teilnehmerzahl stark limitiert ist, empfiehlt sich zur Anmeldung eine möglichst kurzfristige Kontaktaufnahme mit Herrn Timm Brahms vom VEA: tbrahms@vea.de.