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Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt den Europäischen Green Deal vor

Plan für eine klimaneutrale EU bis 2050

Der umfassende Plan für den Umbau der EU-Energie- und Klimapolitik ist auf knapp 30 Seiten zusammengefasst und beinhaltet das Ziel einer klimaneutralen EU bis 2050.  Die Strategie umfasst 50 Maßnahmen unter anderem aus den folgenden Bereichen: 

Energie 

Verbraucher sollen letztlich durch niedrigere Preise profitieren. Insbesondere die Offshore-Windkraft soll hierfür ausgebaut werden. Der Gassektor soll Unterstützung für die Umstellung auf grüne Gase bekommen. 

Industrie 

Im März 2020 will die EU-Kommission eine Strategie vorlegen, wie die Industrie ihre Emissionen reduzieren kann. Hinzukommen soll ein Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft.

Gebäude 

Nach den Vorstellungen der EU-Kommission soll die energetische Sanierung von Gebäuden massiv gefördert und eine Renovierungswelle ausgelöst werden. 

Verkehr 

Die Emissionen im Verkehrs- und Transportsektor sollen bis 2050 um 90 Prozent sinken. Hierzu soll in 2020 eine Strategie vorgelegt werden. Unter anderem soll ein Großteil des Frachtverkehrs auf Schienen- und Wasserwege verlagert werden. 

Landwirtschaft

Hier soll ebenfalls im Frühjahr 2020 eine Strategie aufgezeigt werden. Das Budget der EU Landwirtschaftspolitik soll zukünftig mit mindestens 40 Prozent für Klimaschutz ausgegeben werden.

Finanzierung 

25% des EU Haushalts sollen zukünftig dem Klimaschutz dienen. Außerdem soll die Europäische Investitionsbank über Garantien günstige Kredite bereitstellen. 

CO2-Bepreisung 

Durch eine effektive CO2-Bepreisung sollen Emissionen reduziert und nachhaltige Investitionen erleichtert werden. Mit Blick darauf, dass weltweit unterschiedliche Zielvorgaben gelten, während die EU ihre Klimaambitionen erhöht, will die Kommission für ausgewählte Sektoren ein CO2- Grenzausgleichssystem vorschlagen‚ um das Risiko von Carbon Leakage zu mindern. Dadurch würde sichergestellt, dass der Preis von Einfuhren ihren CO2-Gehalt besser widerspiegelt. Diese Maßnahme soll so konzipiert werden, dass sie mit den internationalen Regeln in Einklang steht. 

Es bleibt abzuwarten, ob die Staats- und Regierungschefs dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 beim heutigen EU-Gipfel in Brüssel zustimmen.

VEA-Preisindex vom 09.12.2019

Strom- und Gaspreise geben deutlich nach

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

In den vergangenen 14 Tagen sind die Energiepreise stark rückläufig. Dies betrifft insbesondere die Belieferung in 2020: So hat sich das Gas für das kommende Jahr um 9,4 % verbilligt. Die Großhandelspreise 2020 für Strom sind signifikant günstiger: Hier beläuft sich der prozentuale Rückgang beim Baseprodukt auf 6,4 % und beim Peakprodukt auf 4,0 %.

Ursache für den Rückgang beim Strom sind primär die stark nachgebenden Kohlepreise. Insbesondere die schwächeren wirtschaftlichen Aussichten für China machen die Analysten für die Preisentwicklung verantwortlich. Eine Trendwende sehen die meisten Marktbeobachter nicht. 

Der westeuropäische Gasmarkt ist sehr gut versorgt: Die Gasspeicher sind voll, die Versorgungsanlage aus Russland und Norwegen gut, die Temperaturen hoch. Zudem drängen erhebliche LNG-Mengen auf den Markt. Da die Preise in Asien weiterhin sehr niedrig sind, wird Europa vor allem für LNG aus den USA immer attraktiver. Neben dem Wetter spielen für den Gaspreis die weiterhin nicht abgeschlossenen Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über die Gasversorgung ab dem 1. Januar 2020 eine wichtige Rolle.

Ob der Klimagipfel in Madrid die Energiepreise kurzfristig nach oben treibt, ist eher zweifelhaft. Da hat die Ankündigung der OPEC am Freitag vergangener Woche, die tägliche Förderung im ersten Quartal 2020 um 500.000 Barrel zu senken, einen größeren Einfluss.

Strompreisentwicklung

Aktuell wir das Baseprodukt 2020 bei ca. 43,90 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 52,60 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen deutlichen Preisrückgang beim Baseprodukt von 3,30 €/MWh und beim Peakprodukt um 2,20 €/MWh in den letzten zwei Wochen. Base 2021 kostet derzeit 46,10 €/MWh und Base 2022 liegt bei 47,90 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2021 um 1,70 €/MWh und das Base 2022 um 0,0 €/MWh verbilligt. 

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2020 liegt im Großhandel aktuell bei rund 15,50 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen um rund 1,60 €/MWh gefallen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 20,90 €/MWh gehandelt, also 4,40 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2021 rund 1,40 €/MWh (Preisrückgang um rund 1,10 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2022 rund 18,50 €/MWh (0,50 €/MWh günstiger im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 09.12.2019

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung

Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt die finale Industriestrategie 2030 vor

Der im Februar 2019 angestoßene Prozess zu einer Nationalen Industriestrategie mündete nun in einem knapp 40-seitigen Papier

Am Freitag, den 29.11.2019 stellte Bundeswirtschaftsminister Altmaier seine Industriestrategie 2030 vor. Die finale Fassung finden Sie hier.

Die Industriestrategie sieht unterschiedliche Maßnahmen in den folgenden Bereichen vor:

  • Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern
  • Neue Technologien stärken – privates Kapital mobilisieren
  • Technologische Souveränität wahren


Ein wichtiger Baustein bezieht sich darauf, die Stromkosten wettbewerbsfähig zu halten und Carbon Leakage zu verhindern:

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) erkennt an, dass die Industrie und insbesondere der Mittelstand durch hohe Energiekosten belastet sind. Das BMWi will sich dafür einsetzen, dass diese Belange zukünftig bei allen Maßnahmen in der Energie- und Klimapolitik berücksichtigt werden. So sollen die Stromkosten über eine Entlastung bei den Netzentgelten reduziert und die Stromgroßhandelspreise berücksichtigt werden. Das BMWi bereitet derzeit die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung dieser Maßnahmen vor.

Das Instrumentarium zur Vermeidung von Carbon Leakage soll flexibel und im Sinne eines weltweiten Level Playing Fields weiterentwickelt werden. Um dies zu gewährleisten, setzt sich das BMWi im Rahmen der europäischen Beihilferegeln für die Umsetzung eines wirksamen Carbon-Leakage-Schutzes und für die Weiterentwicklung der Strompreiskompensation ein. 

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission soll perspektivisch ein sektorübergreifender Europäischer Emissionshandel geschaffen werden, der zu einem global anschlussfähigen CO2-Bepreisungssystem ausgebaut werden soll.

Weitere Informationen, Statistiken und Daten finden Sie hier.

Bundesrat billigt Bundes-Klimaschutzgesetz und nationalen Zertifikatehandel für CO2

Die vom Bundestag am 15. November beschlossenen Gesetze wurden vom Bundesrat am 29. November 2019 gebilligt

Zum Bundes-Klimaschutzgesetz:

Deutschland muss seinen Treibhausgasausstoß bis 2030 um mindestens 55 Prozent verringern. Das Gesetz regelt hierzu unter anderem die folgenden Punkte:

  • Emissionsbudgets für die einzelnen Sektoren

Das Gesetz definiert, wieviel CO2 jeder Sektor bis 2030 noch ausstoßen darf. Ab 2030 sollen die zulässigen Emissionswerte dann per Rechtsverordnung festgelegt werden.

  • Datenerhebung 

Die Emissionsdaten werden durch das Bundesumweltamt ermittelt. Veröffentlicht werden sie im März des Folgejahres. Dabei begleitet ein unabhängiger Expertenrat die Erhebung.

  • Sofortprogramm sofern Ziele nicht erreicht werden

Sofern ein Sektor seine vorgegebenen Ziele nicht erreicht, muss das zuständige Bundesministerium innerhalb von drei Monaten ein Sofortprogramm vorlegen, welches vom Expertenrat geprüft wird. 

Zum nationalen Zertifikatehandel für CO2 (Brennstoffemissionshandelsgesetz):

Unternehmen, die mit Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Benzin, Kohle oder Diesel handeln, müssen für den Treibhausgas-Ausstoß ihrer Produkte ab 2021 ein Zertifikat erwerben. Das Gesetz regelt hierzu unter anderem die folgenden Punkte:

  • CO2-Preis auf Verschmutzung

Der Preis startet mit zehn Euro pro Tonne. Bis 2025 steigt der Preis stufenweise auf 35 Euro und ab 2026 müssen die Verschmutzungsrechte in einem Preiskorridor mit einem Mindestpreis von 35 Euro und einem Höchstpreis von 60 Euro ersteigert werden. 

  • Begrenzte Gesamtmenge

Die Zertifikate-Menge wird den Klimazielen entsprechend begrenzt. Entscheidend sind die Emissionen, die laut EU-Lastenteilung für die jeweiligen Sektoren in dem Jahr in Deutschland noch erlaubt sind.

  • Nationales und europäisches System stehen nebeneinander

Der nationale Zertifikatehandel und das europäische Emissionshandelssystem stehen nebeneinander, wobei Doppelbelastungen ausgeschlossen werden sollen. Es sollen Anreize für klimaschonende, energiesparende und erneuerbare Energien-Technologien gesetzt werden

Inkrafttreten

Die Gesetze sollen am Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten.

VEA-Preisindex vom 25.11.2019

Großhandelspreise Strom und Gas steigen wieder an

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

In der vergangenen Woche hat sich die Preisentwicklung bei den Großhandelspreisen geändert. Der Abwärtstrend ist gestoppt; Strom und Gas legten wieder zu. Als Ursache werden Spekulationen über schwierige Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über die Gaslieferkonditionen im kommenden Jahr genannt. Insgesamt legten sowohl Kohle, Öl und CO2-Zertifikate zu. In diesem Umfeld ist es nicht überraschend, dass sich dann auch Strom und Gas verteuerten. Generell erwarten die Marktteilnehmer allerdings keine anhaltende Entwicklung zu steigenden Energiepreisen, solange die Temperaturen weiterhin moderat bleiben. Als wahrscheinlichstes Preisszenario wird eine Seitwärtsentwicklung genannt.

Strompreisentwicklung

Aktuell wird das Baseprodukt 2020 bei ca. 46,20 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 54,80 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisanstieg in den letzten zwei Wochen beim Baseprodukt um 0,30 €/MWh und beim Peakprodukt um 0,20 €/MWh. Base 2021 kostet derzeit 47,80 €/MWh und Base 2022 liegt bei 48,80 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2021 um 0,30 €/MWh und das Base 2022 um 0,20 €/MWh verteuert.

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2020 liegt im Großhandel aktuell bei rund 17,10 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen um rund 0,30 €/MWh gestiegen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 21,20 €/MWh gehandelt, also 4,10 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2021 rund 18,50 €/MWh (Preisanstieg um rund 0,30 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2022 rund 18,50 €/MWh (0,20 €/MWh teurer im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 25.11.2019

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung

Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

E-Mobility im Fokus – BReg und Industrie zur Mobilität der Zukunft

Konzertierte Aktion Mobilität setzt weiter auf E-Mobility, dazu sollen alternative Antriebe wie Wasserstoff weiterentwickelt und autonomes Fahren vorangebracht werden.

Kürzlich haben sich die Bundesregierung (BReg), Ministerpräsidenten und Vertreter von Automobilwirtschaft, Arbeitnehmern und der Nationalen Plattform Mobilität getroffen, um die Mobilität der Zukunft in Deutschland zu gestalten. Im Fokus bleibt E-Mobility, die durch gezielte Fördermaßnahmen weiter ausgebaut werden soll:

  • Der Umweltbonus, eine Kaufprämie für E-Fahrzeuge, soll abhängig vom Netto-Listenpreis des Fahrzeugs von bislang 4.000 Euro auf bis zu 6.000 Euro je Fahrzeug erhöht werden. Dazu soll der Umweltbonus bis Ende 2025 verlängert werden, bislang würde er bereits Ende 2020 auslaufen (RGC berichtete). Insgesamt soll so der Kauf von bis zu 700.000 weiteren E-Fahrzeugen gefördert werden.
  • Darüber hinaus soll die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut werden. Ziel ist, dass Deutschland bis 2030 über eine Million (statt bislang 21.100) öffentlich zugängliche Ladepunkte verfügt. Die Automobilbranche wird bereits bis 2022 rund 15.000 Ladepunkte beisteuern.

Neben Elektromobilität sollen alternative Antriebe weiterentwickelt und autonomes Fahren vorangebracht werden. Die BReg bereitet dafür eine umfassende Wasserstoffstrategie vor und setzt sich dafür ein, dass die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für automatisierte Fahrfunktionen verbessert werden.

Die Presseerklärung der Bundesregierung dazu finden Sie hier

Meldepflichten ernst nehmen

Strafbarkeit von Meldepflichtverletzungen im Energierecht?

Die Verletzung von energierechtlichen Meldepflichten nach EEG, Marktstammdatenregisterverordnung und Co. kann erhebliche, manchmal sogar existenzbedrohende, wirtschaftliche Folgen für energieintensive Unternehmen haben (RGC berichtete u.a. hier, hier und hier). Die Falschmeldung von Strommengen kann aber auch strafbar sein. Insbesondere bei fehlerhaften Meldungen kann schnell ein versuchter Betrug vorliegen. Denn der zuständige Netzbetreiber bzw. Übertragungsnetzbetreiber legt die Meldungen seiner Abrechnung der EEG-Umlage zu Grunde. Werden zu geringe EEG-belastete Mengen gemeldet, rechnet der zuständige Netzbetreiber im Zweifel zu wenig ab. Bereits das kann genügen. Handelt es sich um hohe Summen (50.000 € oder mehr) kann die Staatsanwaltschaft sogar prüfen, ob ein besonders schwerer Fall vorliegt.

Damit von vornherein keine Fehler bei der Meldung und Drittmengenabgrenzung passieren, geben wir Ihnen in unserem Workshop „Der Weg zum „richtigen“ Messkonzept nach EEG, neuen Hinweisen zum Messen und Schätzen der BNetzA und ISO 50001“ am 28.11.2019 in Hannover eine Anleitung, wie Sie diese Melde- und Messpflichten korrekt erfüllen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die Neuregelungen des EnSaG als auch die neuen Hinweise der BNetzA zum Messen und Schätzen. Zur Anmeldung geht es hier.

Netzbetreiber verzichtet auf WP-Testat bei der Konzessionsabgabe

Erleichterung bei der Abgrenzung von Drittmengen

Vor kurzem hatten wir an dieser Stelle über die Aufforderung von Netzbetreibern berichtet, dass Unternehmen für die Abrechnung der Sonderkunden-Konzessionsabgabe sowohl für den Verbrauch von Dritten am Standort als auch für den selbstverbrauchten Strom WP-Testate vorlegen müssten (RGC berichtete).

Diese strikte Forderung nach WP-Testaten scheint nun teilweise gelockert zu werden. Wie in der Branche zu hören ist, gibt es Fälle, in denen der Netzbetreiber die Mengenmeldung in Form einer Eigenerklärung nach dem KWKG doch für die Berechnung der Konzessionsabgaben ausreichen lässt. Allerdings ist in diesem Zusammenhang die Frage noch nicht geklärt, ob die Abgrenzung der Drittmengen mit geeichten Zählern erfolgen muss oder nicht. In den hier bekannt gewordenen Fällen war jedenfalls die Abgrenzung mittels geeichter Zähler Voraussetzung für die Anerkennung der Eigenerklärung über Drittmengen.

Hintergrund dieser Problematik ist offenbar das Energiesammelgesetz (EnSaG). Dieses hatte neue Kriterien für die Abgrenzung von Strommengen nach dem EEG festgelegt. Da die KAV durch das EnSaG nicht betroffen war, ist es nur folgerichtig, die Vorgaben des EnSaG nicht auf die KAV zu erstrecken.

Bitte beachten Sie aber, dass eine andere Problematik unverändert besteht: Kann an einem als Kundenanlage betriebener Standort, der in Mittelspannung angeschlossen ist, für Dritte überhaupt eine Tarifkunden-Konzessionsabgabe anfallen (RGC berichtete)? Denn die Diskussion über die Forderung von WP-Testaten war ursprünglich deshalb ausgelöst worden, weil Netzbetreiber für die nach KWKG und EEG gemeldeten Dritten die Differenz zwischen der Konzessionsabgabe für Sondervertragskunden (0,11 Cent/kWh) und Tarifkunden (zwischen 1,32 und 2,39 Cent/kWh) nachfordern. Da die Diskussion über diese Rechtsauffassung noch nicht beendet ist, sollten Letztverbraucher, die Zweifel an der Korrektheit der Forderung ihres Netzbetreibers haben, ihren Lieferanten frühzeitig anweisen, solche Nachforderungen nicht bzw. nicht vorbehaltlos zu bezahlen.

Zu den Fragen rund um das Thema Messen und Schätzen im Rahmen des EnSaG und des neuen Leitfadens der BNetzA bringen wir Sie in unserem Workshop am 28. November auf den aktuellen Stand. Weitere Einzelheiten finden Sie hier.

VEA-Preisindex vom 11.11.2019

Niedrige Gaspreise sorgen für günstige Strompreise

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend
Der Abwärtstrend der letzten Wochen geht weiter. Die sehr gute Gasversorgungssituation mit übervollen Gasspeichern sorgt für ein deutliches Nachlassen der Gaspreise für die Belieferung in 2020. So sind die Terminmarktpreise für das Cal 2020 wieder unter 17 €/MWh gefallen. Damit ist ein Preisniveau erreicht, dass moderne Gaskraftwerke bei der Stromerzeugung die Steinkohlemeiler in der Merit-Order-Kurve „überholt“ haben, d.h. die Stromerzeugung auf Basis Erdgas ist mittlerweile günstiger als auf Kohlebasis. Dies hat zur Folge, dass auch die Strompreise für das kommende Kalenderjahr in den vergangenen 14 Tagen nochmals deutlich nachgelassen haben. Solange die Temperaturen nicht deutlich fallen, wird sich an der Marktsituation auch nichts Grundlegendes ändern, so die Meinung der Analysten.

Strompreisentwicklung
Aktuell wird das Baseprodukt 2020 bei ca. 45,90 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 54,60 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisrückgang in den letzten zwei Wochen sowohl beim Baseprodukt als auch beim Peakprodukt um rund 0,80 €/MWh. Base 2021 kostet derzeit 47,50 €/MWh und Base 2022 liegt bei 48,60 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2021 um 0,40 €/MWh und das Base 2022 um 0,50 €/MWh verbilligt.

Gaspreisentwicklung
Der Gaspreis 2020 liegt im Großhandel aktuell bei rund 16,80 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen deutlich um rund 0,50 €/MWh gefallen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 21,70 €/MWh gehandelt, also 4,90 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2021 rund 18,20 €/MWh (Preisrückgang um rund 0,10 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2022 rund 18,30 €/MWh (0,10 €/MWh teurer im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 11.11.2019
Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung
Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

BNetzA veröffentlicht Leitfaden zur Kostenerstattung bei der Marktraumumstellung

Große Industrieanlagen können anerkennungsfähige Umstellungskosten vorab bewerten lassen

Die Marktraumumstellung bezeichnet die Umstellung von Netzgebieten mit L-Gasversorgung auf die Gasqualität H-Gas. Diese Umstellung ist notwendig, weil die L-Gas-Vorkommen immer weiter zurückgehen. Aufgrund sinkender Fördermengen ist ein sukzessiver Umstieg auf die ausreichend vorhandene Gasqualität H-Gas erforderlich. Sie erfolgt, indem alle Gasanwendungen und alle Gasverbrauchsgeräte in dem jeweiligen Netzgebiet technisch umgerüstet werden.
Die dabei entstehenden Kosten für Material- und Arbeitsaufwand werden gemäß § 19a EnWG über eine deutschlandweite Umlage finanziert (RGC berichtete). Zusätzlich regelt die GasGKErstV eine Kostenerstattung für den Fall, dass ein Gasheizgerät, das im Rahmen einer häuslichen oder vergleichbaren Nutzung eingesetzt wird, nicht umgerüstet werden kann, sondern ersetzt werden muss (RGC berichtete). 
Da die BNetzA die entstandenen Kosten im Nachhinein auf ihre Umlagetauglichkeit prüft, besteht das Risiko, dass einzelne Kostenpositionen dann nicht anerkannt werden und dann der Letztverbraucher diese Kosten selbst tragen muss. Daher hat die BNetzA nun einen Leitfaden zur Umlage von Kosten für die technischen Anpassungen der Netzanschlüsse, Kundenanlagen und Verbrauchsgeräte im Rahmen der Marktraumumstellung veröffentlicht.
Um das Risiko einer nachträglichen Ablehnung der Kosten für die Beteiligten zu minimieren, bietet die BNetzA die Möglichkeit einer informellen ex-ante-Prüfung für Umstellungsmaßnahmen an, wenn die voraussichtlichen Kosten 5.000 € überschreiten. Damit können vor allem größere Industrieanlagen die Unsicherheiten über die Anerkennungsfähigkeit signifikanter Umstellungskosten vorab prüfen lassen, um spätere Kürzungen im förmlichen Prüfungsverfahren zu vermeiden. Daneben enthält der Leitfaden auch Aussagen darüber, welche Material-, Personal- und Planungskosten grundsätzlich anerkennungsfähig sind.