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VEA-Preisindex vom 17.02.2020

Rasanter Anstieg im Großhandel – CO2-Zertifikate legen deutlich zu

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

Wir haben in den letzten Wochen stets an dieser Stelle berichtet, dass der Strom und Gas im Großhandel immer günstiger werden. In den letzten zwei Wochen hat sich der Markt gedreht: Die Strom- und Gaspreise haben sehr deutlich zugelegt. 

Ausschlaggebend für die Strompreisentwicklung war die Erholung bei den CO2-Zertifikaten. Unterstützt wurde der Trend durch steigende Kohle- und Gaspreise. Zudem ist die Aufwärtsbewegung auf das Nachlassen der Besorgnis wegen des Covid-19-Virus zurückzuführen. Die Befürchtungen in Bezug auf das Eintrüben der Weltwirtschaft sind offensichtlich deutlich geringer geworden. 

Die Meinungen über die weitere Entwicklung der Zertifikatspreise gehen weit auseinander. Es gibt Analysten, die sehen bis Jahresende noch einen weiteren Anstieg in Richtung 30 €/t als nicht unrealistisch an, während andere Marktteilnehmer die Preisobergrenze eher bei 25 €/t, also beim aktuellen Preisniveau sehen. 

Strompreisentwicklung

Aktuell wird das Baseprodukt 2021 bei ca. 42,50 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 51,40 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisanstieg beim Baseprodukt von 1,60 €/MWh und beim Peakprodukt um 1,70 €/MWh in den letzten zwei Wochen. Base 2022 kostet derzeit 46,10 €/MWh und Base 2023 liegt bei 48,00 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2022 um 2,20 €/MWh und das Base 2023 um 1,70 €/MWh verteuert. 

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2021 liegt im Großhandel aktuell bei rund 15,70 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen um rund 1,20 €/MWh gestiegen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 19,70 €/MWh gehandelt, also 4,00 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2022 rund 17,40 €/MWh (Preisanstieg um rund 1,50 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2023 rund 17,70 €/MWh (1,60 €/MWh teurer im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 17.02.2020

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung

Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

VEA-Preisindex vom 03.02.2020

Großhandelspreise im freien Fall – Gas nähert sich historischen Tiefständen

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

Energie wird immer günstiger; zumindest im Großhandel. Sowohl im Strom- als auch die Gaspreise haben in den vergangenen 14 Tagen deutlich nachgegeben. Insbesondere die Gaspreise nähern sich dabei wieder den historischen Tiefständen. So wird das Base für das Kalenderjahr 2021 aktuell für unter 15 €/MWh gehandelt. 

Die trüben weltweiten Konjunkturaussichten – das Coronavirus führt in China zu einer deutlichen Delle beim Wachstum – schicken die Rohstoffpreise in den Keller. Dazu kommt ein relativ warmer Winter auf der Nordhalbkugel, der für einen deutlichen Rückgang bei der Heizgasnachfrage sorgt. Gas ist nicht nur in Westeuropa günstig auch in Asien und Nordamerika sind die Gaspreise im Keller. So kostet Erdgas am Henry Hub in den USA aktuell gut 5 €/MWh. Bei diesem Preisniveau wird auch weiterhin viel LNG aus den USA nach Westeuropa verschifft, um hier vermarktet zu werden. 

Kurz- und mittelfristig gehen Marktbeobachter nicht davon aus, dass sich am aktuellen Niveau der Energiepreise etwas ändert. 

Strompreisentwicklung

Aktuell wird das Baseprodukt 2021 bei ca. 40,90 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 49,70 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisrückgang beim Baseprodukt von 2,80 €/MWh und beim Peakprodukt um 3,20 €/MWh in den letzten vier Wochen. Base 2022 kostet derzeit 44,00 €/MWh und Base 2023 liegt bei 46,30 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2022 um 2,80 €/MWh und das Base 2023 um 2,10 €/MWh verbilligt. 

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2021 liegt im Großhandel aktuell bei rund 14,50 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen um rund 1,80 €/MWh gefallen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 20,20 €/MWh gehandelt, also 5,70 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2022 rund 15,90 €/MWh (Preisrückstand um rund 1,50 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2023 rund 16,10 €/MWh (1,30 €/MWh billiger im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 03.02.2020

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

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Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

Start des Smart Meter Rollout

Bundesamt legt eine positive Marktanalyse vor

Am 31. Januar 2020 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die lang erwartete positive Marktanalyse vorgelegt. Damit hat das BSI festgestellt, dass die technische Möglichkeit für den Einbau von Smart Metern besteht. Diese ist Voraussetzung dafür, dass Netzbetreiber mit einem flächendeckenden Rollout, also der Umrüstung herkömmlicher Zähler mit Smart Metern, beginnen können und müssen.

Allerdings werden nicht alle Messstellen sofort vom Rollout betroffen sein. Das BSI hat in seiner Markterklärung die Kundengruppen differenziert. So wurde u.a. festgestellt, dass der verpflichtende Einbau intelligenter Messsysteme (iMSys) für Erzeugungsanlagen nach dem EEG und KWKG vorerst noch nicht erfolgt. Ob und wann die Umrüstung für diese Anlagen verbindlich werde, bleibt einer weiteren Marktanalyse vorbehalten, die bis zum 30. Oktober 2020 vorliegen soll.

Ebenfalls von der jetzt startenden Umrüstung ausgenommen sind Kunden mit einem Stromverbrauch über 100.000 kWh und Kunden mit RLM-Messgeräten. Das BSI nimmt diese Letztverbraucher ausdrücklich von der technischen Möglichkeit zur Umrüstung auf Smart Meter aus. Für diese Kundengruppen werden erst noch die Anforderungen an die Funktionen des Smart Meter erarbeitet. Die Marktverfügbarkeit von Smart Metern für RLM-Kunden dürfte daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen zum Rollout von Smart Metern hat das BSI auf seiner Internetseite veröffentlicht.

VEA/RGC Klimakongress 2020 – für Mittelstand und Großindustrie am 12./13.05.2020 in Berlin

Politik, Klarheit, Empfehlungen für die klimafreundliche Zukunft

Schulter an Schulter begleiten der VEA und RITTER GENT COLLEGEN ihre zumeist energieintensiven Mitglieder und Mandanten aus Mittelstand und Großindustrie auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft. Als Beitrag hierzu veranstalten wir den VEA/RGC Klimakongress 2020 am 12./13. Mai 2020 in Berlin.   

Der Kongress hat zum einen das Ziel, die aktuell sehr hitzige sowie oft undurchsichtige Klimadebatte aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und für alle Teilnehmer strukturiert und verständlich darzustellen. Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie referieren darüber, durch welche Maßnahmen die klimafreundliche Produktion gelingen kann und sprechen konkrete Handlungsempfehlungen aus. Zum anderen wollen wir ein klares politisches Signal setzen: Eine klimafreundliche Produktion ist ein Muss, die ergriffenen Klimamaßnahmen müssen aber so gestaltet sein, dass sie auch von der energieintensiven Industrie bewältigt werden können!

Damit gerade auch das zweite Ziel erreicht werden kann, bitten wir um eine möglichst zahlreiche Teilnahme unserer Unternehmen und deren Repräsentanten!

Zum vorläufigen Programm und zur Anmeldung geht es hier oder über unseren Veranstaltungskalender in der RGC Manager App. 

Noch ein Hinweis: Registrierte Nutzer der RGC Manager App bekommen auf die Kongressgebühr einen Rabatt von 50,00 € (netto). Die Registrierung in der App ist für VEA-Mitglieder und Nutzer des VEA-Rechtsmanagers oder der RGC Manager Websoftware kostenfrei unmittelbar in der App unter „Register“ möglich und ermöglicht die dortige Nutzung des Rechtsregisters und Aktualitätendienstes im Energierecht. Für andere Nutzer kostet dieser Service 69,00 € (netto) im Jahr.

VEA-Preisindex vom 20.01.2020

Großhandelspreise geben nach

Gaspreise auf sehr niedrigem Niveau

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

Im Vergleich zum Preisstand Ende letzten Jahres sind die Großhandelspreise für Strom und Gas aktuell deutlich niedriger. 

Stark fallende Kohle- und Gaspreise zogen auch die Strompreise in den Keller. Auch die zu Jahresbeginn leicht steigenden CO2-Zertifikatspreise konnten den Rückgang nicht aufhalten. Das geringe Wachstum der Weltwirtschaft und die damit einhergehende schwache Nachfrage nach Energie führt nach Ansicht der Marktbeobachter dazu, dass sich auch kurzfristig wenig an dem Trend ändert. 

Das warme Wetter in Westeuropa führt zu einer für die Jahreszeit sehr geringen Gasnachfrage. Da zudem die Versorgungslage durch ein reichhaltiges Angebot an LNG sehr gut ist, befinden sich die Gaspreise insbesondere für das Kalenderjahr 2021 auf einem sehr niedrigen Niveau. Da von Winter auch weiterhin keine Spur zu sehen ist, spricht auch nur sehr wenig für wieder deutlich steigende Preise.

Strompreisentwicklung

Aktuell wir das Baseprodukt 2021 bei ca. 43,70 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 53,00 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisrückgang beim Baseprodukt von 2,70 €/MWh und beim Peakprodukt um 2,60 €/MWh in den letzten vier Wochen. Base 2022 kostet derzeit 46,80 €/MWh und Base 2023 liegt bei 48,40 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 28 Tagen das Base 2022 um 2,10 €/MWh und das Base 2023 um 1,50 €/MWh verbilligt. 

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2021 liegt im Großhandel aktuell bei rund 16,30 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor vier Wochen um rund 1,70 €/MWh gefallen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 20,20 €/MWh gehandelt, also 3,90 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2022 rund 17,40 €/MWh (Preisrückgang um rund 0,90 €/MWh in den letzten 28 Tagen) und in 2023 rund 17,40 €/MWh (0,50 €/MWh billiger im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 20.01.2020

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung

Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

Ende einer Verteuerung der Netzentgelte nicht in Sicht

Auch für das Jahr 2020 haben zahlreiche Netzbetreiber die Netzentgelte erhöht

Für die Nutzung der Strom- und Gasnetze müssen Letztverbraucher ein sog. Netznutzungsentgelt zahlen. Dieses Netzentgelt ist inzwischen der größte einzelne Preisbestandteil beim Strom. Zwar sind die Netzbetreiber bei der Preisgestaltung nicht frei. Vielmehr sollte die 2005 eingeführte umfassende Netzentgeltregulierung dem Ziel einer preiswerten Energieversorgung dienen. Dennoch sind die Netzentgelte in den letzten 10 Jahren massiv gestiegen. So zahlte ein Industriekunde im Jahr 2019 durchschnittlich 0,9 Cent/kWh mehr an Netzentgelten als noch 2009. Bei Gewerbekunden betrug der Anstieg durchschnittlich 1,32 Cent/kWh, bei Haushaltskunden sogar 1,42 Cent/kWh.

Hinzu kommt, dass das derzeitige Preissystem der Netzentgelte die Energiewende erschwert, da es energieeffizientes Verhalten nicht unbedingt belohnt. Auch sind wegen der vermehrt dezentralen Stromerzeugung immer mehr Ausgleichs- und Unterstützungsmaßnahmen der Netzbetreiber nötig, um das Netz stabil zu halten. Die Kosten hierfür betrugen im Jahr 2018 ca. 1,4 Mrd. Euro.

Es gab daher in den letzten Jahren immer wieder die Absicht, das gesamte Netzentgeltsystem zu verändern. Diskutiert wurde vor allem eine Netzentgeltsystematik der Verursachungsgerechtigkeit und Netzdienlichkeit. Das BMWi hat zu diesem Thema bereits drei Studien in Auftrag gegeben, wie sie in der Antwort auf eine Kleine Anfrage mitteilte. Bereits im Jahr 2018 gab es klare Empfehlungen für eine Umgestaltung der Netzentgelte (RGC berichtete). Ein weiteres Gutachten beleuchtete auch den Aspekt der Sektorkoppelung. Dieses wurde im August 2019 veröffentlicht. Schließlich gibt es noch ein weiteres, jedoch unveröffentlichtes Gutachten zu den Potenzialen des Strommarktdesigns in der Industrie.

Dennoch sind alle bisherigen Ansätze einer Neugestaltung der Netzentgelte im Sande verlaufen. Und es ist auch keine Reform der Netzentgelte in Sicht: Die Große Koalition wollte in dieser Legislaturperiode das Thema angehen; die Netzentgeltreform war Gegenstand des Koalitionsvertrages. Nun heißt es in der o.a. Antwort auf die Kleine Anfrage jedoch nur noch, dass eventuell eine Weiterentwicklung von § 14a EnWG bei der effizienten Netznutzung helfen könne und ggf. im Jahr 2020 ein Entwurf für die Änderung von § 14a EnWG vorgelegt werde. Abgesehen davon, dass diese Aussage mehr als vage ist, regelt § 14a EnWG ohnehin nur die Netzentgeltermäßigung für eine netzdienliche Verbrauchssteuerung im Niederspannungsnetz. Von einer umfassenden Reform der Netzentgelte ist die Regierung derzeit offenbar weit entfernt, so dass Letztverbraucher mit weiter steigenden Netzentgelten rechnen müssen. 

VEA-Preisindex vom 23.12.2019

Strom- und Gaspreise legen wieder zu

Der VEA-Preisindex ist ein 14-tägiger Service des VEA Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (e.V.).

Preistrend

Die politischen Ankündigungen zum Green Deal der EU sowie zur Festlegung eines höheren CO2-Einstiegspreises in Deutschland haben den Großhandel in der Woche vor den Feiertagen beeinflusst: So haben die Strompreise wieder angezogen. Allerdings waren die Bullen nicht stark genug, diese Entwicklung verstetigen, so die Aussage eines Händlers. Dafür, dass die Stimmung am Terminmarkt weiter gedrückt bleibt, sorgt unter anderem der nach wie vor niedrige Kohlepreis. 

Auch auf dem Gasmarkt sind die absoluten Tiefstände Vergangenheit. Die Gaspreise notierten in dieser Woche insgesamt fester. Seit Mittwochnachmittag sorgten unterschiedliche Aussagen zum Stand der Verhandlungen über einen neuen Vertrag für den Transit von russischem Gas durch die Ukraine für Nervosität. Im Zusammenspiel mit den festeren Rohölpreisen ist die aus Kundensicht unerfreuliche Marktentwicklung erklärbar. 

Aber auch für den Gasmarkt gilt die grundsätzliche Einschätzung der Analysten über nicht weiter steigende Preise.

Strompreisentwicklung

Aktuell wird das Baseprodukt 2021 bei ca. 46,40 €/MWh und das Peakprodukt 2020 bei 55,60 €/MWh gehandelt. Dies bedeutet einen Preisanstieg beim Baseprodukt von 0,30 €/MWh und beim Peakprodukt um 0,20 €/MWh in den letzten zwei Wochen. Base 2022 kostet derzeit 48,90 €/MWh und Base 2023 liegt bei 47,90 €/MWh. Damit haben sich in den vergangenen 14 Tagen das Base 2022 um 1,00 €/MWh und das Base 2023 um 0,40 €/MWh verteuert. 

Gaspreisentwicklung

Der Gaspreis 2021 liegt im Großhandel aktuell bei rund 18,00 €/MWh. Damit ist der Gaspreis gegenüber dem Stand von vor zwei Wochen um rund 0,60 €/MWh gestiegen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde das Base 2020 bei rund 20,00 €/MWh gehandelt, also 2,00 €/MWh teurer als heute. Derzeit kostet Gas für die Belieferung in 2022 rund 18,30 €/MWh (Preisanstieg um rund 0,30 €/MWh in den letzten 14 Tagen) und in 2023 rund 17,90 €/MWh (0,40 €/MWh teurer im Vergleich zum Preisstand von vor 14 Tagen).

VEA Newsletter vom 23.12.2019

Die Preisentwicklungen für Öl, Kohle und CO2-Zertifakte finden Sie mit weiteren Informationen des VEA aus der Energiewelt im aktuellen VEA Newsletter, der hier zum Download bereitsteht. 

Kontakt und Inhaltliche Verantwortung

Fragen zum VEA-Preisindex beantwortet Ihnen gern Herr GF Christian Otto (E-Mail: cotto@vea.de). Für die Inhalte des vorstehenden VEA-Preisindex ist ausschließlich der VEA verantwortlich. 

OLG Frankfurt am Main: Zustandekommen eines Versorgungsvertrages in Form einer sog. Realofferte trotz ausdrücklichem Widerspruch

Urteil vom 28. Juni 2019, Az.: 4 U 103/18

In dem vorstehenden Rechtsstreit zwischen einem Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EltVU) und einem Rennsport-Verein hat das OLG Frankfurt am Main entschieden, dass derjenige der die Verfügungsgewalt über einen Stromzähler hat, die Realofferte eines EltVU ungeachtet eines ausdrücklichen Widerspruchs durch den Verbrauch von Strom annimmt.
Relevanz: Das Urteil stärkt – wie bereits mehrfach auch durch den BGH bestätigt – die Position der EltVU. Für diese soll es mit einem erheblichen Aufwand verbunden sein, nachweisen zu müssen, wer die tatsächliche Verfügungsgewalt über einen Versorgungsanschluss im Versorgungszeitraum ausübt. Die Grundsätze des konkludenten Vertragsschlusses dienen daher dazu, einen vertragslosen Zustand zu vermeiden.
Hintergrund: Das klagende EltVU hatte den Rennsport-Verein auf Zahlung des Entgelts für Stromlieferungen an das Rennbahngelände in Anspruch genommen. Das Rennbahngelände stand im Eigentum der Stadt Frankfurt und war zunächst an eine Betreibergesellschaft vermietet. Diese hatte einen Stromliefervertrag mit dem EltVU und einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem Rennsport-Verein geschlossen. Der Verein war daraus berechtigt, die Büroräume auf dem Gelände zu nutzen und Renntage zu veranstalten. Nachdem der Mietvertrag endete und die Betreibergesellschaft beide Verträge kündigte, begrüßte das EltVU den Rennsport-Verein als neuen Kunden in der Grundversorgung. Der Verein widersprach dem und lehnte die Vergütung der Stromlieferung des EltVU ab. Er hielt der Forderung entgegen, dass er zu dem Raum, in dem sich der belieferte Stromzähler befand, keinen Zugang gehabt habe. Vertragspartner des EltVU sei außerdem trotz Kündigung weiterhin die Betreibergesellschaft gewesen.
Das OLG hat der Klage des EltVU stattgegeben und im Sinne der gängigen BGH-Rechtsprechung festgehalten, dass zwischen EltVU und Rennsport-Verein ein Stromliefervertrag zu Stande gekommen ist. In dem Leistungsangebot eines EltVU sei ein Vertragsangebot zum Abschluss eines Versorgungsvertrages in Form einer sog. Realofferte zu sehen. Empfänger dieser Realofferte sei typischerweise der Grundstückseigentümer bzw. derjenige, der die Verfügungsgewalt über den Versorgungsanschluss am Übergabepunkt ausübe. Auch bei entgegenstehender ausdrücklicher Äußerung sei von einer schlüssig erklärten Annahme der Realofferte auszugehen, weil der Abnehmer wisse, dass die Lieferung nur gegen eine Gegenleistung erbracht werde.

Smart-Meter-Rollout – der Startschuss ist gefallen!

Der dritte Gateway-Hersteller wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat den dritten und damit letzten zum Start des Rollouts von Smart Metern erforderlichen Smart-Meter-Gateway-Hersteller zertifiziert. 

Der Rollout von Smart Metern sieht eine sukzessive Umrüstung der derzeit am Markt verwendeten Stromzähler auf die neuen intelligenten Messsysteme vor. Das Smart-Meter-Gateway versorgt Netzbetreiber, Stromlieferanten und Verbraucher mit Informationen zu Erzeugung und Verbrauch. Mit diesen Daten können künftig u.a. die Stromnetze intelligent gesteuert und effizienter genutzt werden. 

Wie RGC berichtete sollen durch den Smart-Meter-Rollout Netze, Erzeugung und Verbräuche zukünftig besser verknüpft sein, um Energieeinsparungspotentiale zu erhöhen. Dieser flächendeckende Rollout intelligenter Messsysteme ist im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) geregelt. 

Das BMWi erklärt in einer Pressemitteilung: „Der Rollout startet, wenn auf Basis einer Marktanalyse des BSI die Feststellung der technischen Möglichkeit erklärt wird (sog. Markterklärung).“ 

Diese Analyse wird aktuell vom BSI erstellt und soll Anfang 2020 abgeschlossen sein.

BNetzA ändert Vorgaben für Bilanzkreisausgleich

Drei neue Festlegungen sollen für mehr Bilanzkreistreue und besseren Datenaustausch sorgen

Am 11. Dezember 2019 hat die BNetzA auf die erneuten Engpässe im Stromnetz reagiert und drei Festlegungen erlassen, um Bilanzkreisverantwortliche zu einer sorgfältigeren Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise anzuhalten. Offenbar mussten im Juni diesen Jahres die ÜNBs zu umfangreichen Maßnahmen greifen, um einen Blackout in Deutschland zu verhindern. Daher ist ein Ziel des neuen Maßnahmenpaketes der BNetzA, eine schnelle Aufklärung von Bilanzungleichgewichten zu ermöglichen. 

Bereits ab dem 15. Januar 2020 dürfen Bilanzkreisverantwortliche die Energiemengen in ihren Bilanzkreisen im potentiell systemkritischen Zeitraum der letzten 15 Minuten vor dem Erfüllungszeitpunkt nur noch ausgeglichen bewirtschaften. Auch die Berechnungsmethode für den regelzonenübergreifenden einheitlichen Bilanzausgleichsenergiepreis (reBAP) wird geändert. Ab Februar wird zusätzlich ein Zuschlag bzw. Abschlag auf den reBAP in Höhe von 50 %, mindestens jedoch 100 €/MWh fällig. Dies gilt anders als bisher bereits dann, wenn der Saldo des Netzregelzonenverbundes einen Wert von mehr als 80% der kontrahierten Regelleistung ausweist. 

Schließlich wird zum 1. April 2020 die Datentransparenz erhöht, indem die Übertragungsnetzbetreiber künftig für viertelstündlich gemessene Einspeiser und Verbraucher einzelzählpunktscharfe Messwerte am folgenden Werktag erhalten sollen. Auf dieser Basis soll den ÜNBs eine schnelle Plausibilisierung der eingereichten Forward-Fahrpläne sowie eine kurzfristige Einschätzung über unausgeglichene Bilanzkreise ermöglicht werden.

Weitere Einzelheiten und die jeweiligen Festlegungen hat die Beschlusskammer 6 auf Ihrer Internetseite veröffentlicht.