Beiträge

Beitragsserie zum Energiesammelgesetz (Teil 6): Neue Hoffnung bei Streitigkeiten um die Begrenzung von Netzumlagen

Das Energiesammelgesetz (EnSaG) enthält mit §§ 62a, 62b, 104 EEG-E umfassende Neuregelungen zur Abgrenzung von Drittmengen im Zusammenhang mit EEG-Umlageprivilegierungen (RGC berichtete). Danach werden gerade für die Vergangenheit in vielen Fällen unter näheren Voraussetzungen auch Schätzungen zugelassen.

Diese Neuregelungen finden im KWKG gemäß § 26c KWKG-E entsprechende Anwendung.

Damit sind sie gerade auch für die Unternehmen besonders spannend, die von Streitigkeiten zur Begrenzung von Netzumlagen (KWKG-Umlage, Offshorehaftungsumlage und § 19-StromNEV-Umlage) betroffen sind (RGC berichtete). Denn diese Streitigkeiten sind gerade aufgrund von messtechnisch nicht oder fehlerhaft abgegrenzten Drittverbrauchern aufgekommen.  

Betroffene Unternehmen sollten prüfen, ob ihre Streitigkeit aufgrund der Neuregelungen anders zu bewerten ist. Dies dürfte maßgeblich vom jeweiligen Einzelfall abhängen.  

Zu den Neuregelungen zur Drittmengenabgrenzung können Sie sich gern bei unseren Workshops, die wir gemeinsam mit dem VEA veranstalten, näher informieren. Die Veranstaltungen finden am 12.02.2019 in Düsseldorf und am 21.02.2019 in Berlin statt. Melden Sie sich bei Interesse unter folgendem LINK an. Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Programm.

Netzumlagen für 2019 veröffentlicht – KWKG-Umlage, § 19 StromNEV-Umlage und AbLaV-Umlage sinken

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben auf ihrer gemeinsamen Informationsplattform die Höhe der netzseitigen Umlagen für 2019 veröffentlicht. Für die Industrie ist dabei erfreulich, dass die KWKG-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage und die AbLaV-Umlage spürbar sinken werden. 

Im Einzelnen betragen die Umlagen für nicht privilegierte Letztverbraucher im nächsten Jahr:

  • KWKG-Umlage: 0,280 Cent/kWh (2018: 0,345 Cent/kWh).
  • § 19 StromNEV-Umlage: 0,305 Cent/kWh (2018: 0,370 Cent/kWh).
  • AblaV-Umlage: 0,005 Cent/kWh (2018: 0,011 Cent/kWh).

Diese Entwicklung dürfte auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen sein. So fließen neben den erwarteten Kosten für KWK-Strommengen, individuelle Netzentgelte und abschaltbare Lasten Beträge in die Umlageprognosen ein, die im Jahr 2017 zu hoch veranschlagt und nun verrechnet werden (sog. Nachholungen). Darüber hinaus werden sich ab dem nächsten Jahr die Begrenzungsmöglichkeiten der Netzumlagen grundlegend verändern. Viele Unternehmen, die derzeit noch die KWKG-Umlage, die Offshore-Netzumlage und die § 19 StromNEV-Umlage für den bezogenen und selbst verbrauchten Strom > 1 GWh begrenzen lassen können, werden ab dem nächsten Jahr für die meisten Netzumlagen den vollen Betrag entrichten müssen. Nähere Informationen zu diesen Änderungen erhalten Sie bei unserem Seminar Energie – und Umweltrecht für Unternehmen – Grundlagen und aktuelle Herausforderungen am 27. und 28. November 2018 Anmeldeformular

ÜNB veröffentlichen EEG-Umlage und Offshore-Netzumlage für 2019

ÜNB veröffentlichen EEG-Umlage und Offshore-Netzumlage für 2019

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben gestern auf ihrer gemeinsamen Informationsplattform die Höhe der EEG-Umlage und der Offshore-Netzumlage für das Jahr 2019 bekannt gegeben.

Die EEG-Umlage wird dabei um 5,7 Prozent auf 6,405 Cent/kWh sinken.

Diese Absenkung kommt trotz einer prognostizierten Zunahme von Strom aus Erneuerbaren Energien um ca. 13 Terrawattstunden zu Stande. Die ÜNB begründen dies in ihrer Pressemitteilung zum einen mit den stark gestiegenen Börsenpreisen für Strom und zum anderen mit dem aktuell hohen Stand des EEG-Kontos, bzw. mit der sog. Liquiditätsreserve. Mit der Liquiditätsreserve sollen Schwankungen auf dem EEG-Konto, das derzeit ein Plus in Höhe von 3,65 Milliarden Euro aufweist, abgefedert werden. Die ÜNB haben unter Berücksichtigung dieser Faktoren für das nächste Jahr einen EEG-Umlagebetrag in Höhe von ca. 22,59 Milliarden Euro berechnet.

Die Offshore-Netzumlage (bisherige Offshore-Haftungsumlage) wird bei 0,416 Cent/kWh liegen.

Die Offshore-Haftungsumlage beträgt in diesem Jahr noch 0,037 Cent/kWh und wird damit massiv ansteigen. Dieser Anstieg ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass ab dem nächsten Jahr neben den Kosten für Entschädigungen bei Störungen von Offshore-Netzanbindungen erstmalig auch die Kosten für die Anbindung von Offshore-Windparks in die Offshore-Netzumlage einbezogen werden. Damit ergibt sich für das nächste Jahr ein Kostenvolumen von ca. 1,7 Milliarden Euro.

Offshore-Haftungsumlage für 2018 veröffentlicht

Die Offshore Haftungsumlage wird im Jahr 2018 für die Letztverbraucher der Gruppe A und B steigen und für Letztverbraucher der Gruppe C leicht sinken.

 Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben kürzlich die Höhe der Offshore-Haftungsumlage für das Jahr 2018 bekannt gegeben. Zweck der Offshore-Haftungsumlage ist es, die den ÜNB entstehenden Kosten für Entschädigungen bei Störungen oder Verzögerung der Anbindung von Offshore-Anlagen auf die Letztverbraucher umzulegen.  

Die Offshore-Haftungsumlage beträgt im kommenden Jahr für alle Letztverbraucher für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle (sog. Letztverbraucher-Gruppe A) 0,037 ct/kWh. In 2017 lag die (negative) Umlage für diese Letztverbraucher noch bei – 0,028 ct/kWh.

Für Letztverbraucher, deren selbstverbrauchter und aus dem Netz bezogener Strom innerhalb eines Jahres an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt (Letztverbraucher-Gruppe B), beträgt die Umlage kommendes Jahr 0,049 ct/kWh und erhöht sich damit im Vergleich zu der Umlage im Vorjahr (0,038 ct/kWh in 2017).

Für Letztverbraucher, die darüber hinaus auch Unternehmen des Produzierenden Gewerbes sind und deren Stromkosten im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr 4 % des Umsatzes überstiegen (Letztverbraucher-Gruppe C), beträgt die Offshore-Haftungsumlage im kommenden Jahr 0,024 ct/kWh und sinkt damit im Vergleich zum Jahr 2017 leicht (0,025 ct/kWh in 2017).

Zur Mitteilung der Übertragungsnetzbetreiber gelangen Sie hier.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass es ab dem 1. Januar 2019 zu diversen Änderungen hinsichtlich der Offshore-Haftungsumlage und Ihrer Wälzung gem. § 17f EnWG kommen wird (RGC berichte). Unter anderem sollen künftig grundsätzlich nur noch die Unternehmen eine Entlastung geltend machen, die als stromkostenintensive Unternehmen die Besondere Ausgleichsregelung nach den §§ 63 ff. EEG in Anspruch nehmen. Diese Regelung darf allerdings erst nach der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission und für die Dauer der Genehmigung angewendet werden und soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten.